Wald ist Klimaschützer

Klimaschutz

betrifft uns alle


Das Weltklima ist in Gefahr! Auf der Weltklimakonferenz in Paris wurde 2016 deshalb das Ziel formuliert, die globale Durchschnittstemperatur auf unter 2° Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu stabilisieren. Dazu muss jedes Land seinen Beitrag leisten – auch Deutschland. Die Bundesregierung hat sich daher verpflichtet, den nationalen Netto-Treibhausgasausstoß (gemessen in CO2-Äquivalenten) bis 2030 um 55% zu reduzieren. Bis 2050 soll Deutschland klimaneutral sein. Um diese ambitionierten Klimaziele zu erreichen, muss jeder seinen Beitrag leisten.

Der Wald ist Klimaschützer Nr. 1!
Daher spielt die Waldwirtschaft auch eine so zentrale Rolle im Kampf gegen den Klimawandel.

Klimaschutzleistungen

Wald


Der Wald leistet einen erheblichen Beitrag zu den nationalen Klimaschutzanstrengungen: Jeder Hektar Wald absorbiert im Jahresdurchschnitt 8 Tonnen CO2. Ein gutes Drittel der Fläche Deutschlands ist bewaldet; das sind 11,4 Millionen Hektar Wald. Der Beitrag der deutschen Forst- und Holzwirtschaft zum Klimaschutz spiegelt sich in einer jährlichen Gesamtabsorption des Waldes von 127 Millionen Tonnen CO2 wider.

Der gesamte Kohlenstoffeffekt von Wald und Holz kann wie folgt aufgeschlüsselt werden: Durch Photosynthese und Holzzuwachs nehmen unsere Wälder CO2 auf und speichern den Kohlenstoff. Der reine Waldspeicher liegt dabei bei 58 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr. Doch die Speicherfunktion des Waldes ist nicht beendet, sobald das Holz in die Verwendung geht. Der Kohlenstoff bleibt auch nach der Holzverarbeitung in Produkten wie Möbeln oder Gebäuden gebunden. Der zusätzliche Holzproduktespeicher liegt dabei noch einmal bei 3 Mio. Tonnen CO2 im Jahr.

Aber auch neben seinen reinen Speichereffekten hat der Wald noch Einiges mehr zu bieten. Ein weiterer positiver Effekt der Holznutzung ist, dass endliche fossile Energieträger ersetzt werden (dazu zählen beispielsweise Gas, Kohle oder Öl). Dies geschieht einerseits über die Holzverbrennung, wobei energetisch 36 Mio. Tonnen CO2 substituiert werden. Zum anderen ist es von Vorteil, dass Holzprodukte in der Regel weniger Energie in Herstellung und Entsorgung benötigen als Produkte, die aus anderen Materialien hergestellt werden. Die sogenannte stoffliche Substitution der Holznutzung lässt sich jährlich mit 30 Mio. Tonnen CO2 beziffern.

Zusammengenommen ergibt sich, dass der deutsche Wald mit all seinen Kohlenstoffeffekten pro Jahr den nationalen CO2-Fußabdruck um 127 Millionen Tonnen reduziert.

  • Prof. Dr. Christian Ammer, Universität Göttingen
    „Wir müssten die Waldbesitzenden in die Lage versetzen, nicht nur mit Holz Geld verdienen zu können, sondern auf Dauer auch mit Leistungen, die Wälder ebenfalls erbringen – Natur- und Klimaschutz, Wasserschutz, Erholung. Das würde wegführen von einmaligen Großsummenzahlungen hin zu einer an bestimmte Leistungen geknüpften Förderung. Wir brauchen langfristige Strategien, wenn wir die von Wäldern ausgehenden Leistungen für die Gesellschaft dauerhaft sichern wollen.“ Mehr erfahren >>
    Prof. Dr. Christian Ammer, Universität Göttingen
  • Weltenergierat Deutschland
    „Ohne Negative Emissionstechnologien gibt es keine Klimaneutralität.“
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    Weltenergierat Deutschland
  • Institut für Weltwirtschaft Kiel (IfW) [zum Corona-Konjunkturpaket]
    „Problematisch ist nicht das Ziel der Klimaschutzmaßnahmen, sondern deren Ausgestaltung. Die Förderung einzelner Technologien oder Verhaltensweisen ist nicht effizient. Sehr viel zielführender und kostengünstiger wäre ein einheitlicher CO2-Preis über alle Sektoren hinweg.“
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    Institut für Weltwirtschaft Kiel (IfW) [zum Corona-Konjunkturpaket]
  • Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe
    „Holzverwendung nützt dem Klima: Nachhaltige Waldbewirtschaftung und Holznutzung reduzieren nachweislich die Treibhausgas-Emission.“
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    Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe
  • Prof. Roland Irslinger, Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg
    „Es lässt sich feststellen, dass die Klimaschutzleistung nicht bewirtschafteter Waldökosysteme deutlich hinter der Klimaschutzleistung nachhaltig genutzter Wälder zurückbleibt.“
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    Prof. Roland Irslinger, Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg
  • Prof. Dr. Andreas W. Bitter, TU Dresden und Vorsitzender von PEFC Deutschland
    „Buchstäblich jeder profitiert von den Ökosystemleistungen des Waldes: Von frischer Luft, reinem Trinkwasser, Erlebnis- und Erholungsangeboten, vom Ökorohstoff Holz und anderem mehr. Um sie zu sichern, brauchen wir eine gigantische Wiederaufforstung und intensive Waldpflege, die die Familienbetriebe allein nicht finanzieren können. Der Erlös aus dem Holzverkauf deckt diese Kosten nicht, weshalb wir zu einem neuen Modell kommen müssen. Die Leistungen für Natur, Klima und Gesellschaft müssen honoriert werden, sonst stehen Wald und Forstwirtschaft vielerorts vor dem Aus.“ Mehr erfahren >>
    Prof. Dr. Andreas W. Bitter, TU Dresden und Vorsitzender von PEFC Deutschland
  • Prof. Bernhard Möhring, Universität Göttingen
    „Die gesellschaftlichen Leistungen der Wälder stellen für die Forstbetriebe in der Regel wirtschaftliche Belastungen dar; eine Honorierung dieser Leistungen findet praktisch nicht statt. Die politische Herausforderung liegt nun darin, diesen Zustand umzukehren… Ein aktuell sehr wichtiger Schritt wäre beispielsweise die Leistungen im Bereich der CO2-Speicherung in Wäldern und in Holzprodukten zu honorieren.“ Mehr erfahren >>
    Prof. Bernhard Möhring, Universität Göttingen
  • Wissenschaftlicher Beirat für Waldpolitik beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft
    „Die bisherige forstpolitische Regelvermutung, dass die im Rahmen einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung erzielbaren Holzerlöse ausreichen, um eine im eigenwirtschaftlichen Interesse der Waldbesitzenden liegende nachhaltige Waldbewirtschaftung aufrechtzuerhalten und dabei gleichzeitig die vielfältigen gesellschaftlichen Anforderungen an den Wald zu erbringen, ist in Anbetracht der derzeitigen Rahmenbedingungen nicht mehr tragfähig. Insofern erscheint es fraglich, ob die Waldbesitzenden trotz der vorhandenen Förderinstrumente auch zukünftig noch in der Lage sein werden, im bisherigen, rechtlich vorgegebenen Umfang die Lasten des Waldschutzes, der Wiederaufforstung und der Verkehrssicherung zu tragen sowie der Gesellschaft die Ökosystemleistungen wie bisher kostenfrei bereitzustellen.“ Mehr erfahren >>
    Wissenschaftlicher Beirat für Waldpolitik beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft