Praxisnahe Perspektiven

für klimaresiliente Wälder

Mit der Wiederherstellungsverordnung (W-VO) hat die Europäische Union ein bürokratisches Regelwerk geschaffen, das tief in die forstwirtschaftliche Praxis eingreift. Im Kern geht es darum, per Verordnung definierte Lebensraumtypen vergangener Zeiten in der Gegenwart wiederherstellen zu wollen. Dabei basiert das Vorhaben auf dem fehlgeleiteten Ansatz, dass die durch den Klimawandel veränderten Rahmenbedingungen ausgeklammert werden.

Für den effektiven Klimaschutz und den Erhalt des Klimaschützers Wald bedeutet das weitreichende, in weiten Teilen unkalkulierbare Risiken. Standortbedingungen verändern sich durch den Klimawandel schneller und sichtbarer als je zuvor. Temperaturen steigen, der Wasserhaushalt ändert und Vegetationszeiten verschieben und Niederschlagsmuster verändern sich im Jahresverlauf. Die Waldzustandsberichte dokumentieren die daraus resultierende, massive Schwächung etablierter Baumarten und die zunehmenden Schäden in den Beständen.

Die nachhaltige Bewirtschaftung begegnet den Veränderungen mit Expertise, Erfahrung und dem Engagement der Praxis. Mit individuellen, standortgerechten Konzepten wird der dringend nötige Waldumbau vorangetrieben. Es geht darum, die Klimaresilienz zu erhöhen und damit langfristig den Klimaschützer Wald zu erhalten, der über die Bindung und Speicherung von CO2 der wichtigste, natürliche Verbündete im Kampf gegen den globalen Klimawandel und seine Folgen bleibt.

Die Wiederherstellungsverordnung der EU bremst die dynamischen, flexiblen Prozesse, die den Wald der Zukunft entstehen lassen. Dazu bringt sie neue bürokratische Auflagen mit sich. Zusätzliche Prüfungs-, Dokumentations- und Berichtspflichten binden Zeit, Personal und finanzielle Mittel, die mehr denn je für Aufforstungsmaßnahmen, die Pflege und Stabilisierung der Flächen benötigt werden. Der nach vorne gerichtete Waldumbau ist kein Gegensatz zur Förderung von Biodiversität, sondern ganz im Gegenteil an vielen Stellen die Grundlage dafür, dass artenreiche und stabile Wälder erhalten bleiben.

Standortspezifische Veränderungen durch den Klimawandel (sogenannte Standortdrift) berücksichtigen, Bestände anpassen, Verjüngung umsetzen und widerstandfähige Wälder schaffen, gelingt nur mit den erforderlichen Gestaltungsspielräumen, Planungssicherheit und einem praxisnahen Rahmen. Der Wald braucht weitsichtige Hilfe, um zentraler Helfer im Klimaschutz zu bleiben, keine rückwärtsgewandte Wiederherstellungsverordnung. Nachhaltige Bewirtschaftung ist die effektivste Form, CO2 zu binden und den Wald als unseren wichtigsten Klimaschützer zu erhalten.

Mehr Hintergründe

Kampagne „#LandschafftZukunft!“

Die Wiederherstellungsverordnung (W-VO) betrifft die forst- und landwirtschaftliche Praxis in erheblichem Maße. Deshalb haben die AGDW – Die Waldeigentümer und die Familienbetriebe Land und Forst gemeinsam die Kampagne #LandschafftZukunft! ins Leben gerufen.

Ziel ist es aufzuzeigen, welchen Beitrag die Betriebe für die Zukunft des Landes leisten, wie Sie mit ihrem Know-how und Engagement sichere Versorgung und Verantwortung für die Umwelt vereinen. Land schafft Zukunft, während im Gegensatz dazu die rückwärtsgewandte, praxisferne EU-Wiederherstellungsverordnung aus Brüssel mit ihrem bürokratischen Regelwerk den dringend notwendigen Waldumbau und die nachhaltige Bewirtschaftung ausbremst.

Um Zukunft zu gestalten braucht es Vertrauen in die Praxis, keine restriktiven Verordnungen. Darum sagen die AGDW – Die Waldeigentümer und die Familienbetriebe Land und Forst: NO W-VO DEAL!

 

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